Gehören Sie zu den Menschen, die sich ernsthaft Ziele setzen und diese auch verfolgen wollen, aber dann immer durch andere daran gehindert werden. Fällt es Ihnen schwer nein zu sagen, obwohl Sie es an sich tun müssten. Dafür gibt es vielerlei Gründe:

  • Sie fühlen sich durch geschickt vorgetragene Hilferufe moralisch verpflichtet den anderen zu helfen.
  • Sie wollen zwischenmenschlichen Konflikten ausweichen. Sie sagen zwar nein, aber so zaghaft, dass der Andere Ihren Protest überhört.
  • Sie freuen sich gelobt zu werden – also Ihre Eitelkeit überwiegt.
  • Sie wollen den Anderen nicht verletzen.
  • Es macht Ihnen Freude, eine Arbeit zu übernehmen, die Sie schon früher jahrelang erfüllt haben.
  • Sie nehmen die neue Aufgabe als einen Grund, Ihre Arbeit zu unterbrechen, die Sie eigentlich nach Ihrer Zeitplanung jetzt machen müssten.
  • Sie handeln aus falschem Pflichtgefühl, weil Sie glauben, dem anderen helfen zu müssen.
  • Sie fühlen sich geschmeichelt
  • Sie leiden am Helfer-Syndrom
  • Sie wollen gemocht werden
  • Sie haben Sorge, etwas zu verpassen
  • Sie fürchten die Konsequenzen
  • Sie verlieren zu schnell Ihre gesetzten Prioritäten aus den Augen.
  • Sie argumentieren nicht überzeugend genug für Ihre Sache.

Die Schwierigkeit nein zu sagen besteht natürlich auch in Ihrem Ruf, den Sie bei Bekannten, Vorgesetzten, bei Kollegen haben, dass Sie ein Ja-Sager sind. Wenn Sie dann auf einmal nein sagen, sind die anderen schockiert, beleidigt oder auch verärgert, und das erschwert Ihnen das nein sagen noch mehr. Darum müssen Sie sich schon im vorhinein auf diese negativen Reaktionen einstellen. Haben Sie das erst überstanden, dann werden sich auch die anderen daran gewöhnen, dass Sie nein sagen. Sie werden in Zukunft damit zufriedener sein.

 

 „Die ältesten und kürzesten Worte „ja und nein“, sind die, die das meiste Nachdenken erfordern.“ (Pythagoras)

Um Erfolg zu haben, ist es unbedingt notwendig, dass Sie auch NEIN sagen lernen. Wenn Sie nicht NEIN sagen können, sind Sie eine Sklavin, die sich immer nur den Wünschen anderer unterwirft.

Überlegen Sie einmal, wie oft Sie ja sagen, wo Sie eigentlich NEIN sagen wollen!? Wichtig ist für Sie, dass Sie Ihre eigenen Bedürfnisse in Betracht ziehen.

Analysieren Sie jede einzelne Situation: Warum können oder haben Sie nicht NEIN gesagt (Ihre Freunde bleiben Ihre Freunde, auch wenn Sie nein sagen.)

Ein paar Tipps auf dem Weg zum Nein-sagen:

 

  • Passiv zuhören = den Anderen ausreden lassen.
  • Aktiv zuhören = sich mit dem auseinandersetzen, was Ihren Partner bewegt.
  • Sprechen Sie sofort ein klares Nein aus, damit sich Ihr Partner keine falschen Hoffnungen macht, freundlich, aber bestimmt.
  • Begründen Sie verständlich und überzeugend, weshalb Sie nein sagen müssen.
  • Bieten Sie eine realistische Lösung, statt der eigenen Leistung an.
  • Hören Sie auf, das ewige Kind zu spielen
  • Lassen Sie sich nicht auf Diskussionen ein
  • Schauen Sie dem anderen beim Nein-sagen direkt ins Gesicht
  • Nehmen Sie sich Zeit zum Nachdenken
  • Gestalten Sie Ihr NEIN positiv
  • Legen Sie Ihre Märtyrer-Rolle ab

 

Sagen Sie nicht JA, wenn Sie NEIN sagen wollen!

Seien Sie sich im Klaren, die Unfähigkeit, nein zu sagen, hat Folgen:

  • Dinge tun, für die Sie keine Zeit haben
  • Dinge tun, für die Sie nicht zuständig sind
  • Lenkt von Ihrem Ziel ab
  • Saugt Ihre Energie auf
  • Sie werden ausgenutzt
  •  ….

 

Bitte diese Formulierungen vermeiden:

  • „Nein, das mache ich nicht!“
  • „Nein, ich will das nicht mehr!“
  • „Nein, dafür bin ich nicht zuständig!“
  • „Nein, dafür habe ich keine Zeit!“

 

Versuchen Sie es lieber mit …

1) … sich Bedenkzeit ausbitten:

Peter Ustinov: „Die Menschen, die etwas von heute auf morgen verschieben, sind dieselben, die es bereits von gestern auf heute verschoben haben.“

2) … einen Kompromiss machen:

„Ich bin bereit diesen Bereich zu machen, aber nicht den anderen.“

3) … delegieren:

die Aufgabe, die sich hinter der Frage verbirgt an jemand geeignetes delegieren

4) … einen „Deal“ machen:

 nach dem Schema: „Okay, ich mache es, wenn Sie dies und das machen.“

5) … ein klares Nein:

Setzen Sie Ihre Grenzen, bevor Sie an Ihre Grenzen stoßen!

 

Ihre Vorteile, wenn Sie Nein sagen:

  • Profil: Ewige Jasager sind profillos.
  • Dauerhafte Lösungen: „Quelle“ für Lösung
  • Beständigkeit: Sie bleiben auf IHREM Kurs, erreichen IHRE Ziele
  • Akzeptanz: „NEIN“ wird erstaunlicherweise besser als erwartet akzeptiert (Begründung)
  • Selbstsicherheit: zunehmend sicherer, klare Entscheidungen zu   treffen
  • René Arpad Spitz (1887-1974, österreichischer Psychoanalytiker): „Die Fähigkeit, Nein zu sagen, ist die Geburt der Individualität.“
  • „Niemand respektiert eine Frau, die alles mit sich machen lässt!“

 

NEIN sagen – aber richtig:

  1. Keine Diskussion!
  2. Es gibt immer eine Alternative!

 

So sagen Sie „nein“:

1) Folgen verdeutlichen:

„Danke, dass Sie mir so viel Vertrauen entgegenbringen. Ich habe bereits mehre Projekte, die ich bearbeite.“

Wenn ich diese Aufgabe übernehme, verschiebt sich der Abgabetermin von Projekt xy nach hinten.“

 

2) Konsequent bleiben:

„Ich fühle mich geschmeichelt; die Wochenenden gehören meiner Familie.“

„Ich habe vorhin schon einem Kollegen meine Hilfe zugesagt, bitte haben Sie Verständnis, dass ich nicht noch mehr übernehmen kann.“

 

3) Zeit gewinnen:

„Worum geht es genau?“

„Ich schaue mir den Vorgang an und sage Ihnen in einer halben Stunde Bescheid.“